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Auf einen Kaffee mit Detlef19.08.2026

☕ "Auf einen Kaffee mit Detlef" mit Tahsin Mirza

☕ "Auf einen  Kaffee mit Detlef" mit Tahsin Mirza
Mit 15 Jahren musste Tahsin Mirza aus dem Shingal im Irak fliehen. Als Jeside war er von Krieg und religiöser Verfolgung betroffen. Er kam allein nach Deutschland über das Mittelmeer und die Balkanroute, mit abgelaufenen Schuhen, zerrissener Jacke und ohne seine Familie.
Tahsin machte sein Abitur, ging mit Stand-up Comedy auf die Bühne, absolvierte eine Ausbildung zum Theaterpädagogen und arbeitet heute mit Menschen im Bereich Empowerment. Seit 2018 engagiert er sich außerdem als Demokratie Teamer im Jugendforum Rheda-Wiedenbrück.
Und vieles entscheidet sich hier bei uns vor Ort: Findet jemand die richtige Beratung? Kommt ein junger Mensch in Ausbildung? Gibt es Kontakte im Verein, im Jugendforum oder in der Nachbarschaft? Genau da wird aus Integration wirkliche Teilhabe.
Mit Tahsin war ich ziemlich schnell bei einem Thema, das mir auch aus der Kommunalpolitik vertraut ist: Wo können Jugendliche eigentlich einfach mal selbst machen?
Nicht jeder Treffpunkt muss von Erwachsenen fertig geplant sein. Wir haben über die Idee eines selbstverwalteten Kulturzentrums gesprochen, einen Ort für Musik, Kultur, Projekte, Veranstaltungen oder einfach zum Treffen. Mit einem Schlüssel. Mit Verantwortung. Und auch mit der Freiheit, etwas anders zu machen, als Erwachsene es vielleicht tun würden.
Wer jungen Menschen Verantwortung zutraut, sollte sie nicht erst dann nach ihrer Meinung fragen, wenn Entscheidungen im Grunde schon gefallen sind. Politische Beteiligung muss früher beginnen. Sie muss spürbar sein. Jugendliche müssen erleben können: Meine Idee wird gehört. Ich kann etwas verändern.
Darum geht es auch bei „Demokratie leben!“. Tahsin und ich waren uns einig: Diese Arbeit ist wichtig. Sie schafft Räume für Beteiligung und demokratisches Miteinander. Das sollte man stärken, nicht infrage stellen.
Auch die Bezahlkarte kam auf den Tisch. Wir lehnen sie entschieden ab. Für uns ist sie nicht der richtige Weg.
Was mir nach dem Kaffee bleibt: Gute Politik beginnt oft nicht mit einem großen Programm. Sondern damit, zuzuhören, Verantwortung abzugeben und Menschen vor Ort ernst zu nehmen.
Ich nehme mit dass wir über Migrationspolitik viel mehr sprechen sollten: Was brauchen Menschen, damit aus Ankommen wirkliche Teilhabe wird?
Für mich gehört beides zusammen: verlässliche Entscheidungen und die Chance, hier wirklich Fuß zu fassen. Wer hier lebt, sollte nicht jahrelang warten müssen, sondern möglichst früh Deutsch lernen, zur Schule gehen, eine Ausbildung machen oder arbeiten können.
Denn Integration entscheidet sich nicht allein in Düsseldorf oder Berlin. Sie entscheidet sich auch in unseren Schulen, Betrieben, Vereinen und Nachbarschaften.