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Detlef vor Ort03.10.2026

Tag der offenen Moschee in Rietberg

Tag der offenen Moschee in Rietberg
Am 3. Oktober, dem Tag der Deutschen Einheit, habe ich gemeinsam mit Hadil und Cemil aus meinem Wahlkampfteam die Zentralmoschee in Rietberg besucht. Wir waren zum Tag der offenen Moschee eingeladen

Empfangen wurden wir vom Imam Mustafa Tekdemir sowie vom ersten Vorsitzenden der Gemeinde Firket Vural. Danach wurden wir durch die Moschee, die 1981 errichtet wurde, geführt und bekamen einen Einblick in das religiöse Leben und die Arbeit der Gemeinde.
Der Termin ist bewusst gewählt. Seit 1997 findet der bundesweite Tag der offenen Moschee am 3. Oktober statt. Musliminnen und Muslime öffnen an diesem Tag ihre Gemeinden, laden zum Gespräch ein und zeigen, wie ihr Gemeindeleben aussieht.
Ich finde, der Tag der Deutschen Einheit passt dazu. Einheit heißt für mich nicht, dass alle Menschen gleich leben, glauben oder denken müssen. Deutschland ist vielfältig. Menschen mit unterschiedlichen Lebensgeschichten und Religionen gehören zu unserem Land.
Religionsfreiheit gehört zu den Grundrechten. Jeder Mensch muss seinen Glauben leben können. Genauso muss jeder frei entscheiden können, keiner Religion anzugehören.

Der Gebetsraum ist mir besonders in Erinnerung geblieben. Die Farbgebung und die Atmosphäre haben mich an die Hagia Sophia in Istanbul erinnert. Das ist mein persönlicher Eindruck. Aber genau solche Eindrücke gehören für mich zu einem Besuch dazu.
Während der Führung erfuhren wir mehr darüber, wie die Moschee genutzt wird und was rund um die Gemeinde angeboten wird.
Nach der Führung haben wir noch länger mit Gemeindemitgliedern gesprochen. Dabei ging es nicht nur um Religion. Wir sprachen über Kinder und Jugendliche, über das Gemeindeleben, über Sport und über Vereine. Gerade das Thema Sport blieb bei mir hängen.
Ein Verein bringt Menschen zusammen, die sich sonst vielleicht nie begegnen würden. Kinder spielen miteinander Fußball. Eltern stehen am Spielfeldrand. Menschen reden miteinander, lernen sich kennen und übernehmen gemeinsam Verantwortung.

Für mich beginnt an solchen Stellen auch Sozialpolitik. Denn ein Kind muss am Vereinsleben teilnehmen können, egal wie viel Geld die Eltern verdienen. Es darf nicht an einem Vereinsbeitrag, an Sportschuhen oder an den Kosten für eine Fahrt zum Training scheitern.
Integration braucht deshalb mehr als Appelle. Sie braucht gute Kitas und Schulen, Jugendarbeit, Sportvereine, Begegnungsorte und soziale Angebote, die für die Menschen erreichbar sind.

Integration entscheidet sich für mich nicht in Sonntagsreden. Sie entscheidet sich im Alltag – in der Kita, in der Schule, im Sportverein und dort, wo Menschen miteinander ins Gespräch kommen. Politik muss dafür sorgen, dass jeder diese Chancen bekommt, unabhängig vom Einkommen der Eltern oder von der Herkunft.

Die Gespräche in der Moschee haben mir noch einmal gezeigt, welche Rolle Sport und Vereinsleben spielen können.
Politik kann diese Begegnungen nicht anordnen. Sie kann aber dafür sorgen, dass Vereine und soziale Einrichtungen ihre Arbeit machen können und dass Teilhabe nicht am Geldbeutel scheitert. Für mich gehören Sozialpolitik und Integration deshalb direkt zusammen.
Die NRWSPD hat Integration als eines der Themen auf dem Weg zur Landtagswahl 2027 benannt. Für mich steckt dahinter eine sehr konkrete Frage: Haben Menschen unabhängig von ihrer Herkunft und ihrem Einkommen tatsächlich die gleichen Chancen?
Das betrifft Bildung. Ausbildung. Arbeit. Wohnen. Sport. Kultur. Und die Möglichkeit, sich einzubringen. Religionsfreiheit gehört ebenfalls dazu. Moscheen, Kirchen, Synagogen und andere Religionsgemeinschaften sind für viele Menschen nicht nur Orte des Glaubens. Dort gibt es auch Jugendarbeit, Beratung, Begegnung und ehrenamtliches Engagement.

Der Staat darf Religionsgemeinschaften nicht seine eigenen Aufgaben übertragen. Er sollte aber dort unterstützen, wo Menschen Verantwortung für andere übernehmen und das Zusammenleben stärken.

Welche konkreten Maßnahmen die NRWSPD für die Landtagswahl 2027 beschließt, wird im endgültigen Wahlprogramm festgelegt. Ich möchte mich dafür einsetzen, dass Integration nicht nur als Forderung an Menschen verstanden wird. Es geht ebenso um Chancen und Teilhabe.
Ich bin mit einem positiven Eindruck aus der Zentralmoschee gegangen. Nicht deshalb, weil bei einem Besuch alle Fragen geklärt werden. Das wäre unrealistisch. Sondern weil wir miteinander gesprochen haben. Offen und direkt.

Gerade am Tag der Deutschen Einheit fand ich diesen Besuch passend. Man kann viel über Religion, Integration und gesellschaftlichen Zusammenhalt reden. Ich halte es für sinnvoller, hinzugehen. Zuhören. Nachfragen. Auch unterschiedliche Sichtweisen aushalten.



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